Über uns

Das Perinatalzentrum Nordfranken

 

Motivation für die Gründung des Perinatalzentrum Nordfranken

Als der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni 2010 die Richtlinie zur Behandlung von Frühgeborenen auf Bundesebene erneut novelliert hat, stellte sich für viele Geburtskliniken in Bayern die Frage, wie es mit der Versorgung dieser kleinsten Patienten weitergehen soll.

Die Anhebung der so genannten Mindestmenge in der Versorgung von „extrem kleinen“ Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm von mindestens 14 auf dann 30 dieser extrem kleinen Frühgeborenen pro Jahr im Zentrum hätte zur Folge, dass zahlreiche Perinatalzentren des höchsten Versorgungsniveaus (Level 1) diesen Status verlieren würden. Für Nordbayern würde das bedeuten, dass zukünftig lediglich die beiden Universitätskliniken in Würzburg und Erlangen für die Behandlung der sehr kleinen Frühchen berechtigt wären und damit für die kleinsten Patienten und deren Mütter unverzichtbare wohnortnahe Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Damit wäre die bisherige flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung von Frühgeborenen und deren Mütter in unserer Region und darüber hinaus in ganz Bayern in Frage gestellt

Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschuss

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Zu den Aufgaben des G-BA gehört es auch, Maßnahmen der Qualitätssicherung für den ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitswesens bundesweit festzulegen Seit dem Jahr 2006 wurde bundesweit eine zunehmende Spezialisierung und Schwerpunktbildung bei der Versorgung von Neugeborenen und Frühgeborenen durch den G-BA vorangetrieben. Maßgebend hierfür waren sowohl qualitative Überlegungen, als auch wirtschaftliche Gründe, die zu einer stärkeren Konzentration der Behandlung und zur Einrichtung spezialisierter Zentren (so genannter Perinatalzentren) innerhalb einer Versorgungsregion führten.

Abhängig von den fachlichen, technischen und personellen Ressourcen eines Krankenhauses gibt es unterschiedliche Stufen der Versorgung: Sie reichen von der „einfachen Geburtsklinik“ für komplikationslose Entbindungen bis zur hoch spezialisierten Einrichtung mit 24-stündiger fachärztlicher Versorgung auf einer Frühgeborenen-Intensiveinheit. Letztere sind als Perinatalzentrum der Stufe I für die überregionale Betreuung von Risikoschwangeren und Versorgung von Frühgeborenen verantwortlich.

Ergänzt wurde das Stufenkonzept im Jahre 2009 durch die Festlegung von Mindestmengen bei der Behandlung von „extrem kleinen“ Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm. Mindestens 14 dieser extrem kleinen Frühgeborenen müssen seither pro Jahr im Zentrum behandelt werden, um den Status des Perinatalzentrums der Stufe I beizubehalten. Im Jahr 2011 müssen in jedem Zentrum 30 Frühchen pro Jahr behandelt werden.



Erhöhte Mindestmengen gefährden die flächendeckende Versorgung

In Bayreuth, Bamberg und Schweinfurt werden bisher in jedem Jahr zahlreiche Frühchen behandelt. Durch die Gründung des überörtlichen Perinatalzentrums Nordfranken wird im Verbund die Mindestmenge deutlich überschritten. Durch die Angleichung der Standards in den einzelnen Zentren, regelmäßigen gemeinsame Konferenzen und ein Personalrotationskonzept kann die Qualität der Behandlung an allen drei Standorten weiter verbessert werden. Diese Auffassung wird auch von bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit geteilt, das die Einrichtung solcher überörtlichen Zentren ausdrücklich fördert und darin eine Chance sieht, die flächendeckende Versorgung im Flächenstaat Bayern auch in der Zukunft sicherzustellen.



Klare Organisationsstrukturen als Voraussetzung für höchste Qualität

Ein Leitungsgremium, das aus den sechs Chefärzten der Pädiatrie und der Geburtshilfe besteht hat aus seinem Kreis einen Sprecher (Prof. Deeg , Klinikum Bamberg ) und einen stellvertretenden Sprecher (Prof. Weigel, Leopoldina-Krankenhaus) gewählt, die das Perinatalzentrum Nordfranken nach außen vertreten und die Erfüllung der Vorgaben sicherstellen.

Auf dem Programm steht die Weiterentwicklung der gemeinsamen Leitlinien bzw. Behandlungspfade, eine standortübergreifende Umsetzung der Pfade sowie die effiziente Kontrolle der Einhaltung der Vorgaben. Auch die Dokumentation der Behandlungsfälle wird im Perinatalzentrum Nordfranken unter Einbindung der beteiligten Berufsgruppen und Fachdisziplinen zentrumsweit standardisiert und weiter verbessert werden. Darüber hinaus wird eine optimale Nachbetreuung von Frühgeborenen sowie die Weitentwicklung eines strukturierten Beratungsangebots im pränatalen Bereich angestrebt.

Regelmäßige gemeinsame Fortbildungen und eine übergreifende Strukturierung der ärztlichen Fort- und Weiterbildung werden sicherstellen, dass an allen drei Standorten eine hochqualifizierte und einheitliche Behandlung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft angeboten wird.

Dazu werden auch regelmäßige standortübergreifende Besprechungen beitragen. Neben wöchentlichen Fall-Konferenzen werden monatliche berufgruppenübergreifende Perinatalkonferenzen abgehalten. Die Besprechungen werden teilweise über moderne Videokonferenztechniken unterstützt.

Die Weiterentwicklung und Abstimmung von Behandlungsstandards und des Komplikationsmanagements sowie ein intensiver Austausch über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und pflegerische Standards im Kreissaal und in der Neonatologie stehen dabei auf dem Programm.

Im Rahmen einer jährlichen Gesamtkonferenz aller Berufsgruppen und Geschäftsführungen wird die Ergebnisqualität diskutiert, die erreichten inhaltlichen und organisatorischen Verbesserungen überprüft, und die Entwicklung der langfristigen Ziele festgelegt.

Erweiterung des Perinatalzentrums Nordfranken um den Standort Coburg

Im Jahr 2013 gab es erste Kontakte zwischen dem Perinataltzentrum Nordfranken und dem Perinatalzentrum am Klinikum Coburg. Diese Kontakte wurden im Jahr 2014 intensiviert und mündeten in einer Kooperationsvereinbarung beider Standorte. Damit war es für das Perinatalzentrum Coburg möglich, an allen Aktivitäten und auch Verpflichtungen des Perinatalzentrums Nordfranken teilzunehmen. Neben der Teilnahme an standortübergreifenden Fortbildungen und Hospitationen wurden ab dem Jahr 2015 auch regelhaft gemeinsame Qualitätszirkel, Videofallkonferenzen und Geschäftsführertreffen abgehalten. Die Zusammenarbeit war derart befruchtend, dass bald der Vorschlag kam, das Perinatalzentrum Nordfranken um den Standort Coburg zu erweitern. Und somit wurde dieser Vorschlag 2015 erst intern im Verbund durch die Geschäftsführer vereinbart und schließlich an die zuständigen Gremien in Bayern herangetragen. Das Antragsverfahren zur Aufnahme des Standortes Coburg als vollwertiges Mitglied ins Perinatalzentrum Nordfranken läuft derzeit noch. Unabhängig davon wird die Zusammenarbeit der vier Klinikstandorte schon jetzt sehr harmonisch und so, als ob Coburg schon festes Mitglied wäre. 

 

 



Direkter Kontakt

Sozialstiftung Bamberg
Tel.: 0951/503-0

Leopoldina Kh. Schweinfurt
Tel.: 09721/720-0

Klinikum Bayreuth GmbH
Tel.: 0921/400-00

Klinikum Coburg GmbH
Tel.: 09561/22-0

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